Was Brötchen mit Digitalisierung zu tun haben?
Wir digitalisieren, doch oft ist der Erfolg durchwachsen. Das geht doch besser, aber wie?

Digitalisierung kennt jeder, macht jeder – und?

Wir alle wissen, Digitalisierung ist heute notwendig und deshalb machen wir das ja auch. Ich auch. Ich habe über 20 Jahre eine Vielzahl unterschiedlichster Digitalisierungsprozesse im Unternehmen begleitet und im Laufe der Jahre wohl jedes Fettnäpfchen mitgenommen.

 

Wie läuft Digitalisierung häufig ab? Ich will einen Prozess effizienter machen, also suche ich nach einer Software, einem Roboter, einer Technologie, die diesen Prozess kann und investiere oft sechsstellige Summen. Ist das Produkt da und ggf. noch auf meine Bedürfnisse angepasst, wird es eingeführt, die Mitarbeiter geschult und los geht’s.

 

Nur leider geht oft nichts los. Das Produkt hat Kinderkrankheiten, mein Prozess wird noch ineffizienter und die Mitarbeiter verstehen nicht, wozu das Ganze gut war, es hat doch vorher alles funktioniert.

Die Arbeit muss weitergehen, also werden Mitarbeiter erfinderisch, finden Workarounds mit dem Ziel, trotz digitalisiertem Prozess wieder zur gewohnten Arbeitsweise zurückzukehren. Und jetzt wird’s teuer.

 

Wie wäre es, Digitalisierung mal anders zu denken, statt einzelne Prozesse zu betrachten, die Frage zu stellen “Wer wollen wir für unsere Kunden sein?”. Weg vom Produkt und einfach mal größer denken.

Bin ich zum Beispiel Bäcker (und jeder Bäcker möge mir verzeihen, dass gerade er hier herhalten muss), und frage “Was bekommt der Kunde von mir?”, wäre die Antwort wahrscheinlich “Brot und Brötchen”. Soweit so klar. Was fällt mir da zu Digitalisierung ein? Kassensystem, Warenwirtschaftssystem, vielleicht Produktion, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Am Ende bin ich vielleicht effizienter und kann meine Produkte (nach einer Amortisationszeit) billiger herstellen. Und warum? Um dann in den Preiskampf zu gehen?

Was, wenn ich weiterdenke? “Was will der Kunde eigentlich?” Hier könnte eine Antwort sein “gesunden Genuss”. Und wenn ich nun gesunden Genuss liefern würde, könnte das weit über meine Brötchen hinaus gehen.

(Fortsetzung folgt)

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